Über Landschafts architektur

Der Begriff LANDSCHAFT schliesst den physischen Landschaftsraum ebenso wie die Landschaft als Ökosystem, als Lebensraum, als Kultur- und Gesellschaftsraum ein. Landschaft kann, muss aber nicht unweigerlich „grün“ sein. Es gibt Natur- und Stadtlandschaften, Mikro- und Makrolandschaften, Landschaften im ruralen ebenso wie im urbanen, im besiedelten wie im unbesiedelten Raum.

In diesem umfassenden Verständnis sowie aus dem zunehmenden Wandel der Landschaft und den damit zusammenhängenden Interessensverschiebungen liegt der Bedarf  für eine Disziplin, die sich mit Maßnahmen und Strategien zum Schutz, zur Sicherung, zur Nutzbarmachung, zur Gestaltung, zur Wiederherstellung und zur Pflege der besiedelten und unbesiedelten, urbanen und ruralen Landschaft beschäftigt. Die Landschaftsarchitektur deckt diese Anforderungen ab. Der ökologische Auftrag der Disziplin prägt das Professionsverständnis ebenso, wie die kulturelle und gesellschaftliche Verantwortung gegenüber aktuellen und zukünftigen Generationen.
Die Landschaftsarchitektur ist eine technisch-naturwissenschaftlich, ästhetisch-kreativ arbeitende Disziplin, die eine Abstimmung von sozio-kulturellen, ökologischen und ökonomischen Zielen verfolgt. Das Berufsbild der Landschaftsarchitektin, des Landschaftsarchitekten ist vielfältig und reicht von planenden und gestaltenden, über prozessbegleitende und -steuernde Tätigkeiten bis hin zu konzeptionellen und theoretischen Auseinandersetzungen mit der Landschaft und den vielfältigen Anforderungen und Nutzungsansprüchen, die an sie gestellt werden. Landschaftsarchitektonische Freirauminterventionen können je nach Erfordernis lang- oder kurzfristig, klein- oder großmaßstäblich, landschaftlich oder urban sein.
Fragestellungen zur Landschaft sind, aufgrund der vielschichtigen Zusammenhänge und der langfristig schwer abschätzbaren Wirkweisen von gesetzten Maßnahmen, höchst komplex. Zur bestmöglichen Beantwortung erfolgt die Bearbeitung daher in Abstimmung oder in Zusammenarbeit mit assoziierten Disziplinen und mit Planungsbetroffenen. Als Grundprinzip der Landschaftsarchitektur ist die Arbeitsweise daher inter- und transdisziplinär, kooperativ und kollaborativ, partizipativ und vermittelnd. Diese methodische Herangehensweise macht die Landschaftsarchitektur zur Vorreiterdisziplin der modernen Baukulturbewegung, die eben solche inklusiven Arbeitsmethoden im Sinne der Zukunftsfähigkeit von planerischen Interventionen voraussetzt.

Aus den diversen Anforderungen und den verschiedenartigen Arbeitsmethoden der Profession, haben sich zwei übergeordnete Fachbereiche entwickelt: Die Landschaftsarchitektur und die Landschaftsplanung. Der internationalen Gebräuchlichkeit entsprechend, dient die allgemeine Berufsbezeichnung Landschaftsarchitektur (Landschaftsarchitektin, Landschaftsarchitekt) als Überbegriff für alle disziplinären Tätigkeitsbereiche und Vertreterinnen. Die akademische Ausbildung zur Landschaftsarchitektin, zum Landschaftsarchitekten erfolgt in Österreich durch das Studium „Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur“ an der Universität für Bodenkultur, Wien. Freiberufliche Leistungen werden als IngenieurkonsulentIn für Landschaftsplanung und Landschaftspflege oder im Rahmen eines Ingenieurbüros für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur erbracht.

(Auszug aus: ÖGLA Honorarleitlinie Landschaftsarchitektur 2016 / Präambel)